Pu-Erh-Tee

Zubereitung - Wirkung

Es war ein langer Weg, bis sich der Schwarztee als Standardtee etablierte. Einer seiner Vorgänger ist der Pu-Erh-Tee, ein Tee, der nach seinem ursprünglichen Anbaugebiet benannt ist, der chinesischen Stadt Pu'er, wo er seit 1700 Jahren bekannt ist.

Gutes Aroma braucht Zeit

Sowohl der Pu-Erh-Tee als auch der heute verbreitete Schwarztee stammen von derselben Teepflanze ab, der Camellia sinensis; der Pu-Erh-Tee wird aus der Unterart Qingmao hergestellt. Traditionell werden die Teeblätter gedämpft und zu Fladen, Ziegel oder Kugeln gepresst, um dann für mindestens fünf Jahre zu reifen. Dabei wird der Pu-Erh-Tee umso aromatischer, je länger er reift. In den 60er und 70er-Jahre führte man im Westen für die industrielle Verarbeitung neue Herstellungsverfahren ein, mit denen der Reifungsprozess von fünf Jahren auf wenige Monate gekürzt werden konnte - auf Kosten des Aromas.

Gesund, aber kein Zaubermittel

Aufgrund seiner gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe machte sich der Pu-Erh-Tee einen Ruf als Gesundheitstee, denn schon die alten Chinesen zu schätzen wussten. Leider missbrauchen heutzutage einige Anbieter diesen Ruf, um dem Pu-Erh-Tee Wirkungen nachzusagen, die er nicht hat. Beispielsweise wird er vielerorts als Fatburner vermarktet. Dabei haben bis heute keine Studien eine entsprechende Wirkung aufgezeigt; im Gegenteil, die deutsche Gesellschaft für Ernährung widerspricht dieser Behauptung sogar. Was aber in experimentellen Studien gezeigt werden konnte, ist, dass diverse Inhaltsstoffe des Pu-Erh-Tees die Cholesterinbildung bei Mäusen hemmen konnte; ob dies analog auch für Menschen gilt, müssen weitere Studien noch zeigen. Resümierend lässt sich sagen, dass Pu-Erh-Tee zu den gesunden Getränken zählt, nichtsdestotrotz kein Allheilmittel ist.